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Die Anfangsjahre:

Aller Anfang ist schwer: Nur rund 350 Fans jubelten 1988 den zumeist heimischen Bands zu. "Shark", "Hansdampf" und allen voran "Euroschäck" heizten den jugendlichen Fans gehörig ein. An die Band "Talking to the toilet" erinnern sich noch heute manche Fans mit Grauen. Im Unterschied zur Schwein- furter Kultband "Suzi Cream Cheese", deren Auftrtitt das Sahnehäubchen auf einer gelungenen Premieretorte darstellte. Mittlerweile pilgern weit über 600 Fans von nah und fern jedes Jahr aufs neue in den idyllischen Fleck Peesten.

Wettergott Petrus war den Besuchern zumeist freundlich gesonnen. Er muß eben ein Rockfan sein. Abgesehen von einem längeren Regenguß beim sechsten musikalischen Wald- und Wiesenfest, ließ der gute Mann die Himmelstore bislang geschlossen. Und so gehörten Sonnencreme und Insektenschutzmittel zum unentbehrlichen Accessoire eines jeden Festivalbesuchers. Darauf konnte der Weihnachtsmann verzichten. Ob ihr es glaubt oder nicht: Zum vierten Open Air fuhr der Nikolaus nach Peesten raus. Er schenkte den verdutzten Zuschauern Bonbons und Schokolade - und symbolisierte die Wandlung vom kleinen Open Air zum großen Erlebnisfestival.

Peesten, das war nicht nur Beschallung für die Ohren. Auf "Piesens Wiesn" konnte man auch allerhand erleben: Akrobatische Biker, eine heißblütige Feuerschluckerin und einen Sandalen tragenden Jesus, der gerne singen wollte. Nichts ist unmöglich in Peesten. "Wumms" und der Gitarist Joe P. Montone von der Crossover-Kombo "Blue Manner Haze" kracht samt Gisbon-Gitarre durch die Bühne.

Zu einem Freiluftfestival gehören aber auch die kulinarischen Gaumenfreuden. Wenn der Bratwurstduft übers Gelände zieht und die frische Maß lockt, dann strömen die Fans in Scharen an die Stände. Das ganze Dorf ist auf den Beinen, um den Rockfans aus nah und fern mit heimischen Spezialitäten die Bäuche zu füllen. Allen Helfern, auch denen, die für die Sicherheit sorgten, ein herzliches Danke Schön! In der "Einkaufsmeile" konnte man so richtig schön flanieren: Von CD´s über Kleidung bis hin zu Modeschmuck gab es fast alles zu erwerben was das Herz begehrt.

Der SSV Peesten und Euroschäck hoffen, daß die Tradition des "Open Airs" in den nächsten Jahre fortgesetzt werden kann und auch in Zukunft viele Hardrockfans den Weg zu unserem Festival finden.

Jüngere Geschichte:

Seit 2012 rockt das Open Air in Peesten wieder. Zwar im kleineren Rahmen, aber nicht minder gut fanden sich bei beiden Veranstaltungen jeweils rund 400 Rockfans aus nah und fern zu dieser Kultveranstaltung ein.

Hier ein Rückblick auf das Open Air 2013/ Quelle: www.infranken.de

In Peesten rockt es wieder

Rockfans jeden Alters zog es am Wochenende in den Kasendorfer Ortsteil. Dort huldigten mehrere Bands wieder den rockigen Klängen. Für eine Überraschung sorgten "Cosmic Wasteland".

"King Diamond", "Scorpions" oder "Saint Vitus” - André Rosenbusch trägt viele Bands auf seiner Jeans-Kutte. Eine trägt er an diesem Tag mit besonderem Stolz, steht sie doch in direktem Bezug zum Peestener Open Air: Die amerikanische Kultband "Dead Moon", die 1996 Piesns Wiesn rockte. "Ich war gerade Mal zehn Jahre alt, als mich meine Mutter zum Open Air mitnahm", erinnert sich der Musiker, während er mit dem Zeigefinger auf den Aufnäher deutet. Fünf Mal schon habe er seine Metal-Tracht gewechselt und kein einziges Mal hätten die Garagenpunker aus den USA gefehlt. "Weil es das erste Konzert" in meinem Leben war", bekennt der heute 28-jährige aus Neudorf bei Kasendorf. Am Samstag steht er bei der traditionsreichen Freiluftveranstaltung, zu der rund 500 Fans gekommen sind, als Sänger der Band "Cosmic Wasteland" auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Der Blick auf die Plakate löst bei ihm und seinen Bandmitgliedern ungläubiges Staunen hervor: "Ich kann es noch immer nicht fassen. Eine junge Kapelle mit einem Altersdurchschnitt von Mitte 20 steht ganz oben auf dem Programm." Für Rosenbusch ist die Combo "Shark", die seit 27 Jahren dem Südstaaten-Rock frönt, die eigentliche Top-Band und seine Kapelle nur der Rausschmeißer. Obgleich der Frontmann zu Beginn des Festivals tief stapelt, am Ende werden "Cosmic Wasteland" zum heimlichen Headliner der Veranstaltung. Dazu später mehr. Vor 25 Jahren erblickte nicht nur das kultige Open Air das Licht der Welt, sondern auch die Kronach-Lichtenfelser Formation "Restless Cats". Mit ihrem ungestümen und originellen Rock'n'Roll, in dem sogar der Rockklassiker "Radar Love" von "Golden Earring" seinen Platz hat, geht vielen Fans, das Herz auf. Man tankt Nostalgie auf dem kleinen, aber feinen Gelände rings um das Sportheim des SSV Peesten, der als Veranstalter auftritt. Es geht aber auch um das Sehen und Gesehen werden. Musik spielt nicht für alle Besucher die erste Geige. Zu ihnen zählt auch Silke Fugmann (44). Die ehemalige Kulmbacherin hatte einst mit den Bands "Bail Bonds" und "Growing Seeds" auf dem Festival für Stimmung gesorgt - heute arbeitet sie als Lehrerin in Berlin. "Man trifft Leute, die man lange nicht mehr gesehen hat." Zufällig habe sie über Facebook erfahren, dass wieder ein Open Air stattfindet. Da habe sie sich spontan zu einem Besuch des Festivals entschlossen.

Da erklingen die ersten Festival-Töne, hervorgerufen von der Thüringer Band "Mount Gammary Burns". Früher hätte man Hard Rock dazu gesagt, heute heißt es Stoner Rock. Am späten Nachmittag findet die Band noch wenig Beachtung.

Die Bamberger Band "Trecker" hingegen lockt schon einige Bands mehr vor die Bühne. Die Musiker säen eine famose Mischung aus Tradition und Moderne, aus Blues und Stoner, und ernten positive Zurufe: "Ohrwurmalarm löst die Gruppe "Shark” aus. Songs wie "Everything" oder "Why Don't You Talk To Me" gehören im Kulmbacher Raum unter Musikfans zum Allgemeingut und treffen den Nerv des Publikums. Einziges Manko: "Der Sound ist nicht der Hit!" Wo er Recht hat, hat er Recht der Sänger von "Shark", Christian Haller. Gott sei Dank wandelt sich das Klangbild mit der Zeit, schwelgen die Fans im satten Rocksound des Sextetts.

Zur Geisterstunde folgt ein Lehrstück in Sachen Doom-Metal. Ein gespenstischer Sound hallt über den Sportplatz. Dazu gibt es eine Metalhymne ("Gloomy Afternoon"), wie sie Ozzy Ozbourne nicht besser hätten schreiben können. Kurzum: Die Musiker von "Cosmic Wasteland" waren die Überraschung des Festivals!